6. September 2026
Bitte genau hinschauen, wen man so wählt!
Bitte genau hinschauen, wen man so wählt!
Wenn die AfD bei der Landtagswahl auf etwa 38 Prozent käme, was die Umfragen mittlerweile hergeben, könnte sie ungefähr 34 Sitze erreichen. Dieses Szenario ist keine Prognose, sondern eine bewusst vorsichtige Projektion.
Auffällig ist vor allem die Zusammensetzung: Die potenzielle Fraktion wäre fast ausschließlich männlich. Noch auffälliger sind die biografischen und politischen Hintergründe einzelner Kandidaten. Darunter finden sich ein ehemaliger Stasi-Offizier, Kandidaten mit Verbindungen zur Neuen Rechten und zum früheren „Flügel“, ein Kandidat mit berichteter Neonazi-Vorgeschichte, laufende Ermittlungen im Umfeld der verbotenen rechtsextremen „Artgemeinschaft“, dokumentierte menschenfeindliche Äußerungen sowie Fälle von Vorstrafen, Angehörigenbeschäftigung und umstrittenen Mitarbeiternetzwerken.
Dabei ist wichtig, sauber zu unterscheiden: Nicht jeder AfD-Kandidat hat eine solche persönliche Vorgeschichte. Und Ermittlungen sind keine Verurteilungen. Genau deshalb sind die Bezeichnungen auf der Grafik bewusst unterschiedlich formuliert.
Die entscheidende Frage vor der Wahl lautet für mich daher nicht nur: Wie viel Prozent bekommt die AfD?
Sondern auch:
Wen wählen die Bürgerinnen und Bürger damit konkret in den Landtag – und welche politische Kultur würde diese Fraktion nach Magdeburg bringen?
Gerade in einer Demokratie sollte man sich die Personen ansehen, bevor man ihnen Macht über Polizei, Schulen, Verwaltung, Verfassungsschutz und den Landeshaushalt gibt.